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Asteya – Nicht-Stehlen3 Minute(n) Lesezeit

Die Vielfalt des Diebstahls

Was Yoga dazu sagt

Asteya, das dritte Yama, bedeutet Nicht-Stehlen. Dieses Thema ist reich und vielschichtig. Es umfasst weit mehr als das Offensichtliche.

Da ist natürlich das Konkrete: anderen Menschen nichts wegnehmen. Kein Geld, keine Handys, keine Musikdateien kopieren, die nicht zur freien Verfügung stehen. Raubkopien waren früher ein großes Thema – eine Form des aktiven Stehlens von einer anderen Person.

Asteya umfasst auch den Umgang mit unserem Planeten, mit der Natur. Als Menschheit entnehmen wir ihr weit mehr, als sie zu geben vermag. Das erfüllt dieses Yama nicht. Selbst mit der Absicht, achtsamer zu leben, zeigt sich, wie herausfordernd es ist, wirklich nur das zu nehmen, was notwendig ist.

Besonders berührt mich ein anderer Aspekt: Ich kann von mir selbst stehlen. Dieser Gedanke begleitet mich schon länger. Es geschieht zum Beispiel dann, wenn ich Gelegenheiten verpasse, weil mir bestimmte Kompetenzen fehlen. Das Universum spielt mir etwas zu – eine Aufgabe, eine Herausforderung, etwas Wesentliches. Familie. Kinder. Begegnungen auf der Arbeit. Wenn ich nicht bereit bin, beraube ich mich selbst dieser Erfahrungen. In diesem Zusammenhang erkenne ich eine Lernaufgabe.

Dazu fällt mir was aus der GFK ein: Wo die Angst ist, ist der Weg!

Eine weitere Form des Nehmens kenne ich gut: das Eingreifen in Gespräche. Jemand erzählt etwas – und sofort fällt mir etwas Eigenes ein. Ich spreche es aus und erzähle meine Geschichte. Dadurch entziehe ich der anderen Person Aufmerksamkeit, das Gefühl, gesehen zu werden, den Raum für das, was ihr wichtig ist. In der gewaltfreien Kommunikation gibt es dafür ein einfaches Bild: den Parkplatz. Gedanken, Impulse, Antworten dürfen dort kurz stehen, ohne gleich in den Raum zu drängen.

Von Deborah Adele nehme ich viele dieser Impulse mit. Und bei Yoga Vidya habe ich eine schöne Ergänzung gefunden: Großzügigkeit als zweite Seite von Asteya. Dieser Gedanke öffnet viel. Mein Preisfindungsmodell passt genau dort hinein: „Mein Stundensatz ist dein Stundensatz.“ Auch im Umgang mit der Natur lässt sich das denken – wie in schamanischen Traditionen, in denen Opfergaben Ausdruck von Beziehung sind.

Vielleicht wird daraus einmal ein Workshop mit Lukas.

Was GFK dazu sagt

Übungen/Konzepte aus der GFK

  • Dyade (Zuhören)
  • (Selbst-)Empathie geben und nehmen
  • Parkplatz

Was die Wildnis dazu sagt

Der Falke

Falken sind wendige, schnelle Greifvögel mit beeindruckender Beobachtungsgabe. Ihr scharfer Blick, ihre Leichtigkeit im Flug und ihre Zielsicherheit machen sie zu Meistern der Lüfte. Besonders der Wanderfalke, mit Sturzflügen von bis zu 300 km/h, steht für Klarheit und Präzision.

In spiritueller Deutung gilt der Falke als Bote aus einer anderen Welt. Sein Erscheinen fordert dazu auf, das Leben bewusst wahrzunehmen und aufmerksam zu beobachten. Er erinnert daran, mit Leichtigkeit und Würde zu leben, die Gelegenheiten des Alltags zu erkennen und aus dem Vollen zu schöpfen.

Der Falke lädt ein, die eigene Wahrnehmung zu schulen und auf Zeichen im Jetzt zu achten – nicht in der Vergangenheit, nicht in einer erwarteten Zukunft. Er unterstützt, wenn eine neue Perspektive gebraucht wird. Als Orientierungshelfer hilft er, aus festgefahrenen Lebensgeschichten auszusteigen, sich neu im gegenwärtigen Moment zu verankern und dem eigenen Weg mit Freude zu folgen.

ChatGPT-Zusammenfassung des Textes über Falken aus: Regula Meyer – tierisch gut

Beim Wiederlesen eines Texts über den Falken – einem, den ich letztes Jahr auf dem Stamm von Jenni bekommen habe – hat etwas in mir berührt. Der Falke ist wie ein Aufruf für ein Upgrade:-)

Ich sehe in letzter Zeit öfter mal Falken.